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Talking about my Generation
New Work
blog
Juli 12, 2019
5 Minuten
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By Christian

Wieso New Work die Generation Y anspricht

Generation Y, Millennials, Digital Natives – alles Synonyme für die jungen Arbeitnehmer, die aktuell die Arbeitswelt maßgeblich mit ihrem Drang nach Freiheit und Selbstbestimmung revolutionieren. Es herrscht vermehrt Umbruchstimmung in den Unternehmen und Personalabteilungen, denn bald gehören alle verfügbaren Fachkräfte zur Hälfte der Generation Y an. Man sagt dieser Generation oft böse nach, dass sie zu hohe Anforderungen stellt und weniger arbeiten will, doch stimmt das nicht ganz. Die jungen Talente sind durchaus ehrgeizig und erfolgshungrig – gestalten ihr Leben aber nach einem anderen Modell. Sie scheuen sich nicht vor Verantwortung, doch wollen sie die Karriereleiter hochklettern, ohne die Selbstverwirklichung und das Privatleben zu vernachlässigen. Der Job muss im Einklang mit den eigenen Lebenszielen stehen.

Work-Life-Integration ist da das Zauberwort, das nicht nur HR-Marketingexperten im modernen Employer Branding anpreisen, sondern Arbeitgeber aktuell vermehrt in die Realität umsetzen müssen, um auf dem Arbeitsmarkt noch attraktiv zu bleiben.

Der Fachkräftemangel gibt der Generation Y das Privileg, sich ganz bewusst für einen Arbeitgeber zu entscheiden, der die persönlichen Werte teilt und Möglichkeiten zur Weiterbildung und -entwicklung gibt – ganz nach dem Motto: „Ich arbeite hier, weil ich will, und nicht, weil ich muss.“

Die neue Arbeit

Es bricht also eine neue Zeit in der Arbeitswelt an. Im Zuge des digitalen Wandels begegnen Unternehmen potenziellen Kandidaten und High Potentials in der jungen Zielgruppe mit dem Konzept New Work – ein neuer Ansatz für ein zukunftsfähiges Arbeitsmodell. Doch ist es nicht damit getan, bloß die technische Ausstattung im Büro aufzuwerten und den Mitarbeitern die neuesten Gadgets zur Verfügung zu stellen. Auch die Arbeitsweise und die internen Entscheidungswege benötigen ein Update. Der Grundgedanke von New Work nach dem Sozialphilosophen Frithjof Bergmann baut auf drei Säulen auf: Selbstständigkeit, Freiheit und Teilhabe an der Gemeinschaft. Genau die Werte, nach denen die Generation Y strebt. New Work soll den Mitarbeitern also neben dem modernen und flexiblen Arbeitsumfeld eine Bedeutung ihrer Tätigkeit geben. Und das ist die Essenz, um nicht nur die jungen Fachkräfte für sich zu gewinnen, sondern auch, um sie langfristig zu binden.

Erst eine Arbeit mit Sinnhaftigkeit fördert die Loyalität zum Unternehmen.

Open Spaces und offenes Ohr

Der New-Work-Ansatz bricht zwar die klassische Bürostruktur, doch hat das Büro dennoch seine Daseinsberechtigung – nur eben in neuem Stil. Es entstehen offene Räume für flexible Nutzmöglichkeiten, Shared Desks, Lounges zum Nachdenken oder moderne Meeting-Räume für ein kreatives Miteinander. Die Technologie spielt hier dennoch eine große Rolle, denn mobiles, dezentralisiertes Arbeiten durch Clouds und Co. ermöglichen anpassbare Arbeitszeiten und -plätze. Das digitale Zeitalter sprengt die konventionellen Grenzen der klassischen Nine-to-five-Struktur, sodass junge Arbeitnehmer nicht auf den Feierabend oder das Wochenende warten müssen, um das Leben zu genießen. Die Führungskräfte von morgen sind definitiv motiviert und ergebnisorientiert, doch möchten sie nicht jeden Tag acht Stunden im Büro sitzen.

Vielmehr geht es ihnen darum, die eigene Produktivität und Kreativität zu nutzen, wenn sie kommt – nachts, nach der Sporteinheit oder auch am Wochenende.

Ein fließender Übergang von Arbeit und Freizeit ist ihnen dabei wichtig, damit sie sich auch um die eigene Familie und Lebensplanung kümmern können. Um so ein flexibles Arbeitsmodell umzusetzen, sind Vertrauen und klare Regeln der Schlüssel. Wenn die Grenzen zwischen Geschäftlichem und Privatem verschwimmen, besteht die Gefahr, dass Mitarbeiter sich überarbeiten und viele Überstunden ansammeln. Deswegen ist ein klares Zeiterfassungssystem essenziell, um den Freizeitausgleich festzulegen und damit Ruhepausen eingehalten werden.

Klare Linien statt Pyramide

Bei New Work kommt der Chef den Mitarbeitern nicht nur räumlich näher, mit der Veränderung der Bürolandschaft verschieben sich auch die Hierarchien. Eine stringente Führungskultur schreckt Millennials ab, denn sie wollen selbst Verantwortung übernehmen, in Entscheidungsprozesse eingebunden werden und eigene Ideen umsetzen. Das moderne Arbeitsmodell ist nicht nur in Sachen Bürostruktur, sondern auch bei der interdisziplinären Teamaufteilung flexibel.

So wie Mitarbeitern kein fester Schreibtisch zugewiesen wird, so gibt es auch keine homogenen Teams mehr.

Tag für Tag suchen sich Arbeitnehmer einen neuen Arbeitsplatz, einen anderen Tisch, um zu arbeiten, und je nach Projekt wird das Team nach den Kompetenzen der Mitarbeiter immer wieder neu zusammengestellt. So erzielt die Arbeitsgruppe am Ende das bestmögliche Ergebnis und die hierarchische Organisationsstruktur wird aufgebrochen. Dadurch werden Mitarbeiter stärker motiviert, Verantwortung zu übernehmen und ihre eigenen Ideen in das Projekt einfließen zu lassen.